Wir waren zeitig vor 13:00 zu unserer englischsprachigen Tour durch die Castellana Grotte am Eingang. Mit etwas italienischer Verspätung startete die relativ große Gruppe in die Tiefe.




Wir haben schon soviele Tropfsteinhöhlen besichtigt, dass wir sie gar nicht mehr zählen können und bewegen uns dabei lieber ohne Guide. Aber das ging in diesem Fall nicht und die nette italienische Führerin hat das wirklich toll gemacht.
Gleich am Anfang wurde von ihr klargestellt, dass das fotografieren nach der ersten Halle nicht erlaubt ist und daran haben sich auch alle Teilnehmer gehalten. Das hat den Vorteil, dass ihr euch jetzt nur wenige Bilder aus der Höhle anschauen müsst.




Die Höhlen wurden am 23. Januar 1938 von Franco Anelli entdeckt und von ihm und Vito Matarrese erforscht. Der Besuch beginnt in der Grave, einer Höhle mit einer Tiefe von 60 m, einer Breite von 100 m und einer Höhe von 100 m.
Die Höhle hat uns gut gefallen: es gab tolle Tropfsteinformationen zu sehen, kathedralenartige Hallen und besonders angenehm war, dass der Ausstieg mit einem Aufzug erfolgt ist🤣.

Von Castellana Grotte 6️⃣8️⃣ ging es meist über Landstraßen zu einer ganz besonderen Burg.

Castel del Monte 6️⃣9️⃣ (ursprünglich castrum Sancta Maria de Monte) ist ein Bauwerk aus der Zeit des Stauferkaisers Friedrich II. Das Schloss wurde von 1240 bis um 1250 errichtet, wahrscheinlich aber nie vollendet. Sein Grundriss ist achteckig. An jeder der Ecken steht ein Turm mit ebenfalls achteckigem Grundriss.




Über die Funktion der Burg ist gerätselt worden, wobei die achteckige Grundrissfigur phantastische Gedanken beflügelte. Die eher sachlichen Deutungen reichen von einem Jagdschloss bis hin zu einem Gebäude zur Aufbewahrung des Staatsschatzes. Besonders in den 1930er bis 1950er Jahren beliebt war die Deutung als Steinerne Krone Apuliens (Willemsen), als welche Castel del Monte angeblich die Macht Friedrichs II. symbolisieren sollte. Das Castel del Monte wird häufig auch als der Wehrbau und der Lieblingssitz Friedrichs II. bezeichnet. Ursache für die zahlreichen Vermutungen ist nicht zuletzt die spärliche Datenlage.




Unregelmäßigkeiten in den Abmessungen – zum Beispiel bei den Wandbreiten des Innenhofes – haben zu Überlegungen geführt, ob diese absichtlich so geplant wurden, um bestimmte Effekte hervorzurufen. So entspricht die Länge des Schattens am Tag der Herbst-Tagundnachtgleiche der Hofbreite, einen Monat später der Summe aus Hof- und Saalbreite und einen weiteren Monat später erstreckt er sich bis zur Außenkante der Türme.






Der Ausblick vom Castell auf das Umland ist fantastisch und da uns der Parkwächter angeboten hat, auf dem weitläufigen Parkplatz zu übernachten, haben wir uns kurzfristig entschlossen, dieses Angebot anzunehmen. Hier gibt es sogar ein paar wenige Plätze mit Strom, eine Grauwasserentsorgung und Frischwasser. Wir haben uns lieber auf eine freien Platz gestellt und 3€ zusätzlich zu den 7€ Parkgebühren bezahlt.

