Frühjahrstour 2026: Tag 12: noch einmal Lissabon und die Elektrofähren


Wir haben uns entschlossen einen weiteren Tag in Lissabon zu verbringen.

Der war allerdings deutlich kürzer (7.500 Schritte) als an den vorangegangenen Tagen.

Auf dem Plan stand der Elevador da Bica, das Viertel Barro Alto und noch einmal ein Besuch im Café Nateliér.

Nach der komfortablen Fahrt mit der Elektrofähre (näheres siehe unten) hieß es zunächst die Talstation des Elevador da Bica zu finden. Wir wussten, dass die Bahn zur Zeit nicht fährt wollten uns trotzdem einmal diese für Lissabon bekannten Transportmittel anschauen. Der Elevador da Bica ist außer Betrieb, weil nach dem schweren Unfall der Standseilbahn Ascensor da Glória im September 2025 alle ähnlichen Anlagen aus Sicherheitsgründen stillgelegt und technisch überprüft werden müssen.

Die Bergstation liegt im Barro Alto, dem historisches Viertel aus dem 16. Jahrhundert, wörtlich „Oberes Viertel“, das auf einem der sieben Hügel Lissabons liegt. Es ist bekannt für enge Gassen, orthogonales Straßenraster und 3–4‑stöckige Wohnhäuser mit typischen Fassaden.

Nach dem anstrengenden Treppensteigen entlang der stillgelegten Standseilbahn war dann der leicht abschüssige Weg zu unserem Café eine richtige Erholung wenn man die schattige Straßenseite auswählt.

Heute haben wir nicht nur die fantastischen Pastéis de Nata genossen, sondern uns auch einen kleinen Vorrat als Dessert mitgenommen.

Beim Warten auf unsere Fähre konnten wir beobachten, dass die portugiesische Marine auch ihre Schiffe in Bewegung hat.

Danach ging es um 17:20 zurück zu Herrn Geheimrat, wo Marion nach längerer Zeit wieder den Kochlöffel schwingen konnte.


Die Elektrofähren

Schon 6 mal sind wir mit den komfortablen Fähren von unserem kostenlosen Stellplatz in Seixal nach Lissabon gefahren. Die komfortable Überfahrt dauert ca. 20 Minuten. Die Abfahrtszeiten kann man einer App entnehmen und eine Fahrt kostet ungefähr 3€.

Die elektrischen Fähren in Lissabon sind ein neues, groß angelegtes Projekt: Zehn vollelektrische Schiffe ersetzen die alten Diesel-Fähren und fahren bereits auf dem Tejo – schnell, leise und komplett emissionsfrei.


🚢 Überblick: Was passiert gerade auf dem Tejo?

Lissabon hat begonnen, seine gesamte Transtejo-Flotte zu elektrifizieren. Die erste vollelektrische Fähre („Cegonha Branca“) ist seit 2023 im Einsatz, gebaut von Astilleros Gondán und ausgestattet mit einem ABB‑Energiesystem. Insgesamt sollen 10 elektrische Fähren die alten Dieselboote ersetzen.


Technische Highlights

  • 40 Meter Länge, Platz für 540 Passagiere
  • 1.860‑kWh Batteriepaket pro Schiff
  • Ladezeit: nur 5–10 Minuten dank ABB‑Schnellladesystemen an den Terminals
  • Onboard DC Grid™ sorgt für effiziente Energieverteilung

Die elektrischen Fähren werden auf den klassischen Transtejo‑Routen u. a. auf der von uns genutzten Route Seixal ↔ Cais do Sodré eingesetzt.


Wie funktioniert das Laden?

An den Terminals stehen automatisierte Schnellladesysteme, die:

  • das ankommende Schiff erkennen
  • den Ladezustand prüfen
  • die benötigte Leistung automatisch anpassen

So wird in 5–10 Minuten genug Energie für die nächste Überfahrt geladen.


Die neuen Fähren sind:

  • leiser
  • vibrationsärmer
  • abgasfrei
  • wartungsärmer

Für Passagiere bedeutet das: ruhigere Fahrten, weniger Geruch, moderner Innenraum.