Tag 44: Coperto

Nach dem atemberaubenden Sonnenuntergang gestern hatten wir eine angenehme Nacht, denn die Tageshitze wurde durch die ausgestellten Fenster und die geöffneten Dachluken von einer sanften Brise hinausgeblasen.

Wir haben dann gut ausgeruht am Nachmittag einen Ausflug in unser geliebtes Pienza unternommen.

Hier hatten wir einmal ein unvergessliches Erlebnis: wir sind mit Andrea und Cosimo vor einem netten Lokal gesessen, als sich am Nachbartisch ein etwas lauterer Disput über eine Rechnungsposition entwickelte. Ein auf Deutsch schimpfendes Paar brachte den freundlichen, Italienisch sprechenden Kellner in Verlegenheit. Sie hätten kein „Coperto“ bestellt und auch nicht verzehrt und fühlten sich übers Ohr gehauen. Cosimo versuchte sich schlichtend einzuschalten und erklärte, dass es in Italien üblich sei, einen kleinen Betrag für Brot, Wasser und Gedeck in Rechnung zu stellen. Die Beiden waren allerdings schon so in Rage, dass jede Erläuterung auf taube Ohren stieß. Vier Italienern am Nachbartisch ging das Gezeter der Unbelehrbaren so auf die Nerven, dass sie dem Kellner die 4€ gegeben haben, damit sie endlich in Ruhe weiteressen konnten. Entrüstet zogen die beiden deutschen Landsleute von dannen.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man gut daran tut, sich vor einer Reise mit den Gepflogenheiten des Gastlandes vertraut zu machen.

Zurück zu Pienza: normalerweise ein von Touristen überlaufener Ort, hatten wir ihn dieses Mal aus bekannten Gründen fast für uns alleine.

Pienza verfügt als Geburtsort des Papstes Pius II über imposante Gebäude, aber auch über herrliche Aussichten auf die toskanische Bilderbuchlandschaft.

Nicht vergessen darf man die zahlreichen Delikatessenläden aus denen Pecorino und Salami verführerisch bis auf die Straße duften.

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