Reisepause 2026 – Tag 75: Lazy Sunday – Ein Tag mit eingebauter Ausrede

Der Sonntag begann wie ein alter Hauskater: verschlafen, unbeeindruckt und fest entschlossen, sich nicht unnötig zu bewegen. Ich habe das respektiert. Man soll schließlich niemanden gegen seinen Charakter arbeiten lassen – auch keinen Wochentag.

Der späte Kaffee gab sich Mühe, mich wach zu machen, aber ich blieb standhaft. Ein Lazy Sunday ist schließlich kein Sprint, sondern eine Haltung. Eine Lebensphilosophie, die besagt: „Man kann, aber man muss nicht.“ Und meistens entscheidet man sich für das „nicht“.

Zwischendurch überlegte ich, ob ich etwas Sinnvolles tun sollte. Aber dann fiel mir ein, dass es Sonntag ist – und dass Sinnvolles an Sonntagen traditionell erst ab Montag wieder erlaubt ist. Ich möchte ja nicht gegen jahrhundertealte Bräuche verstoßen.

Gegen Mittag stellte ich fest, dass ich erstaunlich viel geschafft hatte, ohne etwas zu tun: Der Kaffee war weg, die Zeit auch, und mein schlechtes Gewissen hatte sich offenbar ebenfalls frei genommen.

Am Ende dieses Tages bleibt nur eine Erkenntnis: Ein Lazy Sunday ist wie ein Gutschein für Produktivität – er sieht gut aus, aber man löst ihn nie ein.