Tag 38: 35.000 Jahre zurück

Heute ging es von der Dordogne an einen ihrer Nebenflüsse, die Vézère.

Wir haben uns wieder einen Stellplatz über France Passion ausgesucht, aber über die für Herrn Geheimrat durchaus anspruchsvolle Anfahrt hat uns niemand vorgewarnt.

Gut, dass uns kein Fahrzeug entgegengekommen ist.

Die Belohnung des Abenteuers war ein toller Platz und die Einkaufsmöglichkeit bei Madame Agnès Geoffroy auf der Ferme de Lègal war wieder ein Genuss: selbstgemachte Konfitüren, Nussöl und ein Confit d’oignons.

Nach dem Einkauf stand eine Rollertour auf dem Programm.

Dieser Landstrich ist so etwas wie die Wiege der Menschheit. Das stellen wir bei einem Besuch in Les-Eyzies-de Tayac-Sireuil fest, wo man beim Bau der Eisenbahnlinie Périgeux–Agen 1868 das erste Skelett eines Cro-Magnon-Menschen gefunden hat. Es ist sozusagen der erste anatomisch moderne Mensch und kam während der Jungsteinzeit vor 35 000 Jahren ins Périgord.

Ein paar Kilometer weiter gibt es zwar ähnlich alte Funde, aber der Schwerpunkt von La Roque Saint-Christophe liegt eher im Mittelalter.

Die etwa 900 m lange und 80 m hohe Felswand weist ca hundert Felsüberhänge auf, die sich über fünf lange, vom Fluss ausgewaschene Hochterrassen verteilen.

Im Mittelalter diente eine im Fels entstandene befestigte Siedlung bis zu 1500 Bewohnern als Schutz vor den Einfällen der Normannen und den bewaffneten Auseinandersetzungen in der Zeit des Hundertjährigen Krieges. Während der Religionskriege wurde die Anlage schließlich zerstört.

Der Besuch von La Roque Saint-Christophe vermittelt einen Eindruck von den intensiven Aktivitäten seiner ehemaligen Bewohner. Zu sehen sind die Spuren, die sie im Fels hinterlassen haben: Kanäle, Pfostenlöcher, Wasserbehälter, Feuerstellen, Treppen und Gänge. Ein an den Felshang gebautes Haus wurde mit den alten Techniken rekonstruiert, ebenso wie verschiedene Baumaschinen des Mittelalters.

Wir sind ja jetzt schon fast im „Dienstgebiet“ von Bruno, Chef de Police. Deshalb ein paar Worte zu einem unserer Lieblingskrimihelden.

Wir haben diese Krimireihe durch Sabrina und Alex kennengelernt, denen wir dafür sehr dankbar sind.

Hier eine kurze Beschreibung des Inhalt von Band 1:

Bruno Courrèges – Polizist, Gourmet, Sporttrainer und begehrtester Junggeselle von Saint-Denis – wird an den Tatort eines Mordes gerufen. Ein algerischer Einwanderer, dessen Kinder in der Ortschaft wohnen, ist tot aufgefunden worden. Das Opfer ist ein Kriegsveteran, Träger des Croix de Guerre, und weil das Verbrechen offenbar rassistische Hintergründe hat, werden auch nationale Polizeibehörden eingeschaltet, die Bruno von den Ermittlungen ausschließen wollen. Doch der nutzt seine Ortskenntnisse und Beziehungen, ermittelt auf eigene Faust und deckt die weit in der Vergangenheit wurzelnden Ursachen des Verbrechens auf.

Wer sich für spannende Krimis, schräge Personen, gutes Essen (es gibt sogar ein Kochbuch) und das Périgord interessiert, dem seien die Bücher des Schotten Martin Walker ans Herz gelegt.

Den Ort des Geschehens: Saint-Denis gibt es gar nicht. Das liebliche Städtchen an der Vézère, wo Bruno seines Amtes waltet, ist reine Fiktion. Und doch nicht ganz, wie Martin Walker verrät. «Saint-Denis ist überall, eigentlich eine Mischung aus vielen Städtchen in der Dordogne. Le Bugue kommt dem Roman-Ort am nächsten.» Dort gibt es übrigens diesen Bruno tatsächlich. Er heisst allerdings im wirklichen Leben Pierre Simonet.

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