Tag 39: Stiere an der Wand

Der Beginn der heutigen kurzen Etappe nach Montignac war, wie erwartet die schmale Abfahrt vom Stellplatz bei Madame Geoffroy bei der wir auf den zwei Kilometern glücklicherweise wieder keinen Gegenverkehr hatten.

Der Zielort heißt vollständig Montignac-Lascaux und der zweite Teil des Namens weißt schon auf den Grund unseres Besuches hin.

Es gibt im Perigord zahlreiche prähistorische Stätten und Höhlen, deren berühmteste die Höhle von Lascaux bei Montignac ist, die der französische Priester und Archäologe Henri Breuil als die »Sixtinische Kapelle der Vorgeschichte« bezeichnete. Kurz nachdem sie am 12. September 1940 entdeckt worden war, stand Pablo Picasso staunend in der Höhle, betrachtete die mehr als 17 000 Jahre alten Zeichnungen von Menschen und Tieren und stellte fest: »Wir haben nichts Neues gelernt!« Von da an strömten die Menschen, um das Wunder mit eigenen Augen zu sehen. Mit fatalen Folgen: Das durch die Atemluft entstandene Kondenswasser verursachte Schimmel an den Wänden, der die Hunderten Zeichnungen zu zerstören drohte. Deshalb entschied man sich 1963, Lascaux für die Öffentlichkeit zu schließen und eine exakte Nachbildung zu schaffen, die seit 1983 zu besichtigen ist.

Das haben auch wir heute getan. Die typisch französische Führung war äußerst wortreich und geschwindigkeitsmässig ohne Rücksicht auf ausländische Gäste. Wozu auch? Die englische Sprache wird eh überbewertet: Vive la France!

Aber wir haben ja Augen und konnten so die eindrucksvollen Malereien bewundern.

Über die Geschichte der berühmten Höhle hatten wir uns sowieso im Vorfeld belesen.

Natürlich hat auch dieser Ort eine Beziehung zum Chef de Police Bruno, denn der Autor Martin Walker hat ein lesenswertes Buch über Lascaux geschrieben.

Der frühe Roman handelt von der frühen Entstehung einer prähistorischen Höhlenzeichnung, deren Verwicklung in blutige Kriege und Intrigen zur Zeit der Höhlenmaler von Lascaux und während des Zweiten Weltkriegs. Die Geschichte gipfelt in dem erbitterten Kampf von fünf Menschen, sie heute zu besitzen. Denn wer diese Zeichnung findet, erhält den Schlüssel zur Aufklärung eines Verbrechens, das bis in die höchste Politik reicht und von dem bis heute keiner wissen darf.

Aber auch der Ort Montignac an der Vézère hat viel Charme.

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