Tag 105: Flugzeug Stellplatz

Die Nacht war trotz der etwas merkwürdigen Nachbarschaft sehr ruhig und gut ausgeschlafen haben wir uns nach dem Frühstück auf die Piste gemacht.

Die ersten 100 Kilometer unserer heutigen Tagesetappe sind wir noch entspannt weiter gen Westen durch die gestern beschriebene Mojave Wüste gefahren.

Von weitem waren schon die Tehachapi Mountains zu erkennen, die die Wüste im Westen begrenzen.

Auffällig waren nicht nur die mit unzähligen Windrädern bestückte Berghänge, sondern eine schon von weitem erkennbare bunte Ansammlung von dicht nebeneinander stehenden Flugzeuge.

Dass es hier im Niemandsland einen Flughafen gibt, haben wir für eher unwahrscheinlich gehalten.

Also nichts wie runter vom Highway und in Richtung der Heckflossen gefahren.

Neugier ist ein guter Reiseleiter.

Es war nicht so einfach den fast unbeschilderten Zugang zu finden und natürlich war fotografieren verboten.

Aber wir konnten das Rätsel lösen:

Der Mojave Air & Space Port ist ein Flughafen der in der zivilen Luftfahrt eher überwiegend als Frachtflughafen genutzt wird. Darüber hinaus ist er vor allem als Stellplatz für die Zwischenlagerung von vorübergehend stillgelegten Flugzeugen bekannt. Des Weiteren sind dort Unternehmen angesiedelt, die sich mit der Zerlegung und Verschrottung von Flugzeugen befassen. Seit dem Start des SpaceShipOne im Juni 2004 besitzt der Flughafen zudem die Zulassung als Startplatz für die zivile Raumfahrt und wird von mehreren privaten Raumfahrtunternehmen als Testgelände genutzt. Bekannte Filme, die am Mojave Airport entstandene Szenen enthalten, sind beispielsweise Stirb langsam 2, Speed, Thirteen Days und Waterworld.

Nach diesem kurzen Abstecher hat sich dann die Landschaft völlig verändert. Sanfte Hügel und eine stetige leichte Abfahrt auf 120m haben für Abwechslung gesorgt.

Die Überquerung der Tehachapi Mountains endete im San Joaquin Valley, welches das fünftproduktivste landwirtschaftliche Gebiet in den USA ist.

Zitrusfrüchte, Trauben und Nüsse werden hier angebaut. Aber in Bakersfield wurde relativ früh Erdöl entdeckt. Die Felder und vereinzelten Fördertürme sind bis heute im Einsatz.

Unser Tagesziel war das Minter Field Air Museum, das von Freiwilligen betrieben wird und deshalb erst wieder morgen um 10:00 öffnet. Über Harvest Hosts bietet das Museum, ähnlich wie France Passion in Frankreich eine kostenlose Übernachtung auf ihrem Gelände an. Trotz des kleinen Flughafens, auf dem nur Privatflugzeuge verkehren scheint das eine ruhige Nacht zu werden. Wir haben sogar ein kleines Schattenplätzchen unter einem Baum gefunden.

(das im Vordergrund ist nicht der Baum)


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