Tag 7 – Leiden statt Erdöl

Es war eine wirklich ruhige, aber kalte (5 Grad) auf dem sehr ordentlichen Stellplatz in Ouddorp, der allerdings (inkl. V/E und Wifi) auch ca. 18€ gekostet hat.

Da wir in den letzten Tagen mehrere große Städte besucht haben, fiel uns der Entschluß leicht, an Rotterdam vorbeizufahren.

Auch aus der Ferne war einer der größten Erdöl Häfen der Welt sehr beeindruckend.

Wir waren dann aber froh, als wir Windmühlen statt Hafenkräne und Raffinerietürme gesehen haben und waren sehr auf die berühmte niederländische Universitätsstadt Leiden gespannt.

Aus dem Reiseführer wussten wir, daß diese Stadt über einige Besonderheiten verfügt. Unter anderem gibt es einen zentrumsnahen Parkplatz auf dem spezielle Stellflächen für Reisemobile gekennzeichnet sind.

Wir haben dann schon einen kleinen Schreck bekommen, als wir den mit PKW gefüllten Parkplatz gesehen haben. Aber ein freundlicher Lotse hat uns sofort einen freien Platz zugewiesen.

Eine weitere Besonderheit war der kostenlose Busshuttle in die Innenstadt und Überraschung! :
ein Markt an der Gracht im Zentrum.

Das war unser Ding: Käse, Fisch, Fleisch, Klamotten, Gemüse, Krims-Krams…

Aber das Aprilwetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Innerhalb weniger Minuten vom strahlenden Sonnenschein zu Windböen und Graupelschauern.

Eine kleine Pause haben wir dann für unsere Einkäufe und die Rückfahrt zum Stellplatz genutzt.

Aber morgen wollen wir noch einmal einen Versuch wagen uns das Städtchen genauer anzuschauen und eine Bootsfahrt auf den Grachten steht auch auf dem Programm.

Hier noch ein paar weitere Besonderheiten von Leiden:

In der ganzen Stadt verteilt gibt es viele hofjes. Das sind Gruppen kleiner, oft ihrer Einfachheit wegen sehr beliebter Häuser, meist um einen Hof mit Brunnen oder Kräutergarten, die zwischen 1600 und 1900 von reichen Leuten gestiftet wurden. Gedacht als private Alters-, Witwen-, oder Armenfürsorge-Einrichtungen (vergleiche die Fuggerei in Augsburg), werden diese Häuschen jetzt oft von Studenten oder Krankenschwestern bewohnt.

 

Die Burcht ist ein künstlich aufgeworfener Fluchthügel aus dem 11. oder 12. Jahrhundert, der im 17. Jahrhundert befestigt und ummauert wurde. Er bietet einen guten Überblick über die Innenstadt. Im Sommer finden hier einige Veranstaltungen wie z. B. Theateraufführungen statt.

Eine Besonderheit Leidens sind die Muurgedichten  (Mauergedichte), die auf Häuserwänden im Straßenraum der Innenstadt zu sehen sind. Die 101 Texte von bekannten und unbekannten Dichtern aus aller Welt sind Ergebnis eines Projekts, das 1992 mit einem Gedicht von Marina Iwanowna Zwetajewa begonnen hatte und 2011 mit dem Gedicht Regen, meer en wind von Danila Stoyanova beendet wurde. Die Gedichte sind in unterschiedlicher Gestaltung in der Originalsprache und -schrift auf die Wände der Häuser gemalt.

 

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