Reisepause Tag 40 – Musikprogramm – Paul Revere & The Raiders

Paul Revere & The Raiders?

Wenn wir gestern mit The Shadows und Apache schon beim Thema First Nation waren, dann muss natürlich heute „Indian Reservation“ folgen. Das wurde nun mal von Paul Revere & The Raiders gespielt.

Das man den Namen der Band nicht kennt, mag wohl auch an der Bandgeschichte (siehe unten) liegen.

Das Stück schildert, wie die Weißen den Indianern ihre weiße Kultur im Hinblick auf Sprache oder Kleidung aufdrängen bis hin zur Aufgabe der Selbstidentität. Es handelt sich zudem um ein Klagelied über die Notlage der Indianer im Allgemeinen, da sich alle Indianerstämme mit dem Inhalt identifizieren können. Wegen seiner Kritik über die Behandlung von Minderheiten wird der Song auch als Protestsong eingestuft.

Die oft nachzulesende Geschichte, wonach der Autor Loudermilk mit seinem Auto während eines Unwetters aufgehalten und von Cherokees solange gefangen gehalten wurde, bis er versprach, einen Song über ihr Leid zu verfassen, ist unwahr.


Paul Revere (* 7. Januar 1938; † 4. Oktober 2014) arbeitete zunächst als Friseur. Später betrieb er ein eigenes Drive-in-Restaurant in Boise, Idaho.

Da er als Kind Klavier- und Orgelspielen gelernt hatte, trat er in seiner Freizeit mit einer kleinen Band auf. Anfang der 1960er Jahre lernte er Mark Lindsay kennen, der Brot an Pauls Restaurant auslieferte. Mark wurde neuer Leadsänger der „Paul Revere & the Raiders“ genannten Band.

Weil Paul Revere auch der Name eines Helden des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs ist, entschied sich die Band für den visuellen Gag, immer in Uniformen aus dieser Ära aufzutreten. In den folgenden Jahren spielte sich das Quintett von kleinen Clubs auf dem Land bis in die Nightclubs von San Francisco. Bis 1969 erzielten die Veröffentlichungen der Band eine ganze Reihe von Erfolgen. Dann beschloss Mark Lindsay, sein Glück als Solist zu versuchen. Er hatte jedoch nur bescheidenen Erfolg und kam 1971 wieder zu der Band zurück, die sich jetzt allerdings nur noch „The Raiders“ nannte. Paul Revere hatte sich aus dem aktiven Geschehen zurückgezogen und machte nur noch das Geschäftliche, während Lindsay fortan für die künstlerischen Belange zuständig war. In dieser Formation hatte die Band ihren größten Hit Indian Reservation (The Lament of the Cherokee Reservation Indian), der in den USA Platz 1 der Musikcharts erreichte und mit über vier Millionen verkauften Exemplaren der größte Millionenseller in der Plattengeschichte des Labels Columbia Records war.

Mitte der 1970er Jahre ließ das Interesse an der Musik der Band nach und die Gruppe hatte keinen weiteren kommerziellen Erfolg.


Alle Titel des Reisepausen-Musikprogramms gibt es auch als Spotify-Playlist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: