Tag 62: Zwölf Trauben

Das Warenangebot in den Läden zeigt deutlich, dass es auf mehrere Feiertage zugeht und die spanische Tradition spiegelt sich in diesen Produkten.

Polvorones: Spaniens unverstandenes Weihnachtsgebäck – Pulverdampf am Weihnachtsbaum

Das Gebilde, von dem die Spanier behaupten, es sei ein Gebäck, löst sich im Mund zunächst in ein pappiges Pulver auf, das beim Einatmen unweigerlich zum Erstickungstod führen muss.

Wer diese Phase überlebt, erfährt eine zementartige Masse, die unmöglich herunterzuschlucken ist. Ja, wir sind überzeugt davon, dass man polvorones mit Wasser vermischt zu einer Art Spachtelmasse aufmixen könnte, um damit undichte Stellen in Haus und Hof abzudichten.

Zum nächsten Feiertag spielen zwölf Trauben eine wichtige Rolle. Wir haben uns letztes Jahr über dieses Angebot kurz vor Sylvester gewundert und dann recherchiert, was es zu bedeuten hat:

12 Weintrauben, eine nach der anderen, im Takt mit den Glocken, die Mitternacht schlagen – mit dieser tief in der Kultur des Landes verwurzelten Tradition feiern die Spanier die Ankunft des neuen Jahres. Wer alle Trauben rechtzeitig verzehrt, den erwartet, so heißt es, ein Jahr des Wohlstands und des Glücks.

Wir haben uns letztes Jahr auf jeden Fall verschluckt. Was das für 2020 bedeutet hat?

Eine der spanischen Spezialitäten zum dritten Feiertag liegt auch schon in den Regalen bereit: der Roscón de Reyes – Spanischer Dreikönigskuchen.

Darin versteckt sind jeweils ein Porzellanfigürchen – oft eine Königsfigur – und eine trockene Bohne, die nicht gegessen werden darf. Der Tradition nach muss der, der die Bohne findet, im kommenden Jahr den Kuchen bezahlen. Wer aber die Porzellanfigur findet, wird an diesem Tag zum „König“ gekrönt und bekommt eine Papierkrone aufgesetzt.

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