Reisepause Tag 38 – Musikprogramm – The Kinks

Viele kennen von The Kinks den Song „Lola“.

Der Text von Lola galt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung als anstößig, da Ray Davies über eine sexuelle Beziehung zwischen einem Transvestiten und einem heterosexuellen Mann sang – angeblich inspiriert von einem persönlichen Erlebnis. Aber nicht deshalb erwog die BBC das Lied auf den Index zu setzen, sondern wegen vermuteter Schleichwerbung für Coca-Cola in der einleitenden Strophe der Album-Version des Lieds: „…where you drink champagne and it tastes just like Coca-Cola…“. Für die Single-Version wurde deshalb „Coca-Cola“ durch „Cherry-Cola“ ersetzt.

Für mich haben die Kinks (nicht Kings !) immer so geklungen, als hätten die Jungs nach durchzechter Nacht im Pub noch schnelle einen Song aufgenommen. Sie waren einfach genial!

Für einen „sonnigen Nachmittag“ gibt es nichts Besseres als „Lazy Afternoon“.

Sunny Afternoon wurde morgens schnell während einer stimmungsvollen Session mit dem vielgefragten Sessionmusiker Nicky Hopkins an Piano und an einer Hohner-Melodica beim Solopart komplettiert.

Der satirische Text handelt von einem reichen jungen Mann des Establishments, der die Steuerpolitik der Regierung beklagt, weil ihm das Finanzamt das gesamte Vermögen konfisziert, ihm aber sein Herrenhaus übrig lässt. Er kann auch nicht mehr mit seiner Yacht segeln, seine Freundin ist mit seinem Wagen durchgebrannt und erzählt ihren Eltern Märchen über Saufgelage und Grausamkeiten. Im Refrain wünscht er, von dieser Geldnot befreit zu werden, denn er hat eine mächtige Mutter, die nur darauf wartet, ihn kleinzukriegen. Der überwiegend negative Texteindruck wird durch den Refrain wieder ausgeglichen, denn der so geplagte Protagonist liebt das Luxusleben, an einem sonnigen Nachmittag faulenzend am eiskalten Bier zu schlürfen. Sunny Afternoon ist das ironische Meisterstück der Kinks.



The Kinks (englisch kinky ‚versaut‘, ‚schrullig‘, ‚ausgeflippt‘ aber auch ‚pervers‘; also ‚Die Schrulligen‘ oder ‚Die Ausgeflippten‘ oder ‚Die Perversen‘, außerdem Paronym von The Kings; also ‚Die Könige‘) sind eine englische Musikgruppe. Sie gelten neben den Beatles, The Who und den Rolling Stones als eine der erfolgreichsten britischen Bands der 1960er Jahre (British Invasion). Heute zählen die Kinks zu den Urvätern von Punk und Britpop.

Die Kinks wurden Ende 1963 in Nord-London von den Brüdern Ray und Dave Davies gegründet. Am 24. Januar 1964 standen sie erstmals im Pye-Tonstudio und nahmen vier Titel auf. Diese wurden auf zwei Single-Veröffentlichungen gepresst, die stilistisch noch stark an die frühen Beatles angelehnt waren und unbeachtet blieben. Am 12. Juli 1964 entstand ihre dritte Single, You Really Got Me, mit der ihnen der internationale Durchbruch gelang. Das Stück mit dem berühmten Gitarrenriff wird gelegentlich als der Beginn des Hard Rock angesehen und entwickelte sich zum Millionenseller. Insbesondere bis 1967 hatte die Band zahlreiche weitere Hitparadenerfolge in Europa und den USA. Dabei machte sich Ray Davies unter anderem mit Kompositionen wie Sunny Afternoon, Dead End Street oder Waterloo Sunset neben John Lennon und Paul McCartney einen Namen als einer der besten britischen Songschreiber.


Alle Titel des Reisepausen-Musikprogramms gibt es auch als Spotify-Playlist.

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