Reisepause Tag 56 – Musikprogramm – Klaus Doldinger’s Passport

Wir sind wieder in Deutschland und wer Tatort anschaut erkennt die Titelmelodie:

Um den Komponisten und seine Band geht es heute: Klaus Doldinger.

Mein erster Kontakt mit ihm und seiner Band Passport war ein Konzert in der Pforzheimer Jahnhalle, die eigentlich eine Sporthalle ist und eine dementsprechend schlechte Akkustik hat. Trotzdem hat mich als nicht-Jazzer der Sound der Synthesizer und des Saxofons von Klaus Doldinger begeistert.

Das Tatort-Thema war aber nicht seine einzige Filmusik: seine wohl bekanntesten Werke sind die Titelmusik zu dem Film Das Boot, Liebling Kreuzberg sowie Ein Fall für Zwei und die Filmmusik zu Die unendliche Geschichte. 

Überraschend für mich war, daß ich vor ein paar Jahren erfahren habe, dass in seiner 1971 gründeten Band Passport Udo Lindenberg am Schlagzeug saß.

Ich habe Klaus Doldinger vor wenigen Jahren noch einmal Live im Rahmen des Calwer Kostersommer in Hirsau in der Klosterruine erlebt.

Ich habe für heute einen meiner Lieblingstitel ausgesucht, bei der auch einer meiner Lieblingsdrummer (Pete York) mittrommelt und das auch für die Nicht-Jazzrock-Fans anhörbar sein sollte und nicht allzu lang ist.

Wer das Video aufmerksam anschaut, wird weitere Bekannte, wie Alexis Corner, Volker Kriegel oder Brian Auger erkennen.



Doldinger hatte in den späten 1960er Jahren neben seinem Quartett unter dem Pseudonym Paul Nero Produktionen vorgelegt, die sich am Bluesrock und der Soulmusik orientierten. Passport entstand aus Doldingers kommerziellem Projekt Motherhood; sein Jazzquartett wurde aufgelöst. Beim ersten Album von Passport spielte (wie schon bei Motherhood) der damals noch unbekannte Udo Lindenberg Schlagzeug; die weiteren Musiker, Saxophonist Olaf Kübler, Organist Jimmy Jackson und Bassist Lothar Meid kamen aus der Münchner Studioszene und waren z. T. auch bei Krautrockbands tätig.

Bei den von Siggi Loch produzierten und bei Atlantic Records veröffentlichten Alben und im Livekonzert überzeugte Doldinger mit dieser Band „sein Publikum mit eingängigen Melodielinien über einem alles in den Bann ziehenden Groove.“. Mit dem E-Bassisten Wolfgang Schmid, dem Keyboarder Kristian Schultze und Schlagzeuger Curt Cress sowie gelegentlichen Gästen gelang es der Band zwischen 1973 und 1976, „einen von Souleinflüssen durchzogenen, ungemein populären Jazz auf Platten zu bannen, dessen Sound dennoch erkennbar Doldingers blieb.“

Ab 1977 erfolgten Besetzungswechsel; zunächst schied Kristian Schultze aus. Mit den Neuankömmlingen Elmer Louis (Perkussion) und Roy Louis (Gitarre) orientierte sich die Musik der Gruppe etwas am Latin Jazz und wurde „gefälliger.“. Mit dem Folgealbum Ataraxia (1978) wechselten Keyboarder Hendrik Schaper, Bassist Dieter Petereit und Schlagzeuger Willy Ketzer ein. „Die Keyboards neigen dazu, zu dominieren, wenn das Saxophon nicht im Vordergrund steht.“ Nun wird sogar ein unverbindliches „Synthesizer-Gedudel“ beklagt, während der Rhythmus weiterhin die Band „zu einer der hörbareren Gruppen ihrer Art“ mache.

Doch egal, wer in der Rhythmusgruppe war, Klaus Doldingers Lead-Stimme und die musikalische Ausrichtung seiner Band blieben über die Jahre hinweg konstant. Passport hat bis in die Gegenwart zahlreiche Alben veröffentlicht. Im Frühjahr 2006 trat Doldinger anlässlich des 35-jährigen Jubiläums wieder mit Wolfgang Schmid am E-Bass auf.


Alle Titel des Reisepausen-Musikprogramms gibt es auch als Spotify-Playlist.

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