Tag 83: schon wieder Waschtag

Der Waschtag war vor der Verfügbarkeit von Waschmaschinen zur Reinigung der gesamten Wäsche bestimmt. … In städtischen Mehrfamilienhäusern war die Benutzung der gemeinschaftlichen Waschküche, des zum Trocknen der Wäsche dienenden Dachbodens usw. durch die einzelnen Mietparteien oft nach einem genauen Plan geregelt.

In Süddeutschland ist Montag üblicherweise Waschtag, aber bei uns war das eher Zufall und auch lange nicht so mühselig, wie zu Zeiten unserer Großeltern.

Die gesamte Wäsche wurde am Vorabend in heißem Seifenwasser eingeweicht, die weiße und bunte Wäsche sowie die Arbeitskleidung wurden getrennt eingeweicht und gewaschen. Zunächst wurde die weiße Wäsche gewaschen; sie wurde gekocht und gestampft, dann aus dem Kessel/Topf genommen und im Zuber mit Kernseife durch Reiben, Walken und Schwenken gewaschen. Die übrige Wäsche wurde danach im selben Wasser gewaschen, Textilien aus Wolle zuletzt (hier können feine Wollfasern im Wasser zurückbleiben). Schließlich wurde die Wäsche ausgespült und dann ausgewrungen bzw. gemangelt.

Da sich die Seife in weichem Wasser besser löste wurde dieses oft mit Hilfe von (Buchen-)Asche weich gemacht („das Buchen“). Die Wäsche wurde in den Zuber gefüllt, darüber das Aschtuch (ein großes feines Leintuch) ausgebreitet und mit gesiebter Asche bestreut. Über das Tuch mit der Asche wurde dann das heiße Wasser gegossen.

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