Tag 15: Merkwürdiger Leuchtturm-Name und Opfer Felsen

Vorspann: heute war die Beute der Baguette Jagd eines unserer Lieblingsbrote: ein Pain d’Epi (nach der Weizenähre benannt).

Außerdem wurde der Verursacher des strengen Geruchs beim Öffnen des Kühlschranks identifiziert.

Aber zurück zum gestrigen Abend: das Entrecôte hat uns genauso gut, wie Kommissar Dupin geschmeckt und nach der nassen Heimfahrt haben wir bei Gaby und Peter auch noch unser Inneres befeuchtet.

Der Abschied von den Beiden ist uns dann am Morgen nicht leicht gefallen, aber Reisende treffen sich immer wieder und wir freuen uns auf das nächste Zusammentreffen.

Unsere Tagesetappe hat uns in ein kleines Dörfchen, nach Saint-Pierre geführt.

Bekannt ist der Ort durch, mit fast 65 Metern einem der höchsten Leuchttürme Europas, der den seltsamen Namen Phare d’Eckmühl trägt.

Der Bau des Turmes wurde im Jahr 1890 beschlossen, da der alte Leuchtturm den Anforderungen nicht mehr genügt hat und am 6. Oktober 1892 wurde das Projekt mit Gesamtkosten von 110.000 Francs beschlossen.

Am 9. Dezember 1892 ergaben sich durch einen unverhofften Geldsegen Veränderungen an dem Projekt. Die Marquise Adélaïde-Louise d’Eckmühl de Blocqueville bestimmte in ihrem Testament eine Summe von 300.000 Francs zur Errichtung eines Leuchtturmes. Dieser Leuchtturm sollte den Namen d’Eckmühl erhalten, zu Ehren ihres Vaters, des Maréchal Louis Nicolas Davout, Herzog von Auerstädt, Prinz von Eckmühl. Diesen letzten Titel verdankte er der Schlacht bei Eggmühl, die er nahe dem bayerischen Dorf Eggmühl geschlagen hatte.

So wurde ein bayrisches Dorf zum Namensgeber eines bretonischen Leuchtturms.

Ein paar Kilometer weiter gibt es eine wilde Felsenküste, vor der der Leuchtturm die Schiffe in bis zu 100km Entfernung warnen sollte.

Hier hat sich an einer besonders gefährlichen Stelle eine tragische Geschichte ereignet.

Vor 150 Jahren, am 10. Oktober 1870, wurde die Familie von Gustave Levainville, Präfekt des Finistère, während eines Picknicks auf einem der Felsen von Saint-Guénolé von einer Flutwelle mitgerissen und ertranken. Die fünf Opfer verschwanden im „Höllenloch“. Der Felsen wurde in „Präfektenfelsen“ umbenannt.

Wenn man sich die Felsen und den Atlantik anschaut bekommt man eine gute Vorstellung von der Naturgewalt.

Für uns war das dann für heute genug Abenteuer und wir haben die Nachmittagssonne in den Stühlen bei Herrn Geheimrat genossen.

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