Tag 72: Dreikönig

Der Dreikönigstag, also der 6. Januar, ist in Spanien ein offizieller Feiertag – und für die Kinder ein zweites Weihnachten. Traditionell bringen hier nämlich die Drei Könige die Geschenke – was ja auch logisch ist. Schließlich sollen die Männer aus dem Morgenland dem Stern von Bethlehem gefolgt sein, um dem neu geborenen Jesuskind ihre Aufwartung zu machen. Mit Gold, Weihrauch und Myrrhe.

In der Nacht zum Dreikönigstag stellen die Kinder ihre blitzeblank geputzten Schuhe an die Tür oder aufs Fensterbrett. Oft sind die Schuhe mit Heu oder Getreide gefüllt – als Futter für die müden Kamele. Manchmal stellt man noch eine Schale Wasser dazu und ein paar Bonbons für die Könige. Futter und Süßigkeiten sind dann am nächsten Morgen weg – und die Schuhe dafür mit Geschenken gefüllt. War ein Kind allerdings nicht nur brav, findet es in seinen Schuhen auch carbón vor: Kohle. Das Zeug ist schwarz und hässlich, entpuppt sich aber als süße Schleckerei.

Nach alter Sitte wird am 6. Januar auch der roscón de Reyes angeschnitten, eine Art Königskrone aus Hefeteig, verziert mit »Edelsteinen« aus kandierten Früchten. Gern backt man auch eine Münze, eine Bohne oder eine kleine Spielfigur für die Kinder ein. Wer die Gabe in seinem Kuchenstück findet, bekommt eine goldene Krone und darf sich diese für den Festtag aufsetzen.

2020 haben wir die Ankunft der Drei Könige mit dem Schiff in Jávea erleben dürfen. Das war toll.

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