Tag 121: Weiberfastnacht

Weiberfastnacht – auch Weiberfasching, markiert den Übergang vom Sitzungs- zum Straßenkarneval am Donnerstag vor Aschermittwoch. Er wird auch als Altweiberfasching, Altweiberfastnacht oder einfach Altweiber sowie in der alemannischen Fastnacht als Schmotziger Dunschtig bezeichnet.

Gemein ist allen Bräuchen zur Weiberfastnacht, dass den Frauen für einen Tag die Macht zugestanden wird. Diese Idee, dass an einem Tag in der Fastnacht den Frauen das Regiment überlassen wird, gibt es seit dem Mittelalter. In einer Zeit, als die Frauen den Männern in allem untergeordnet waren und die Männer über die Frauen die Geschlechtsvormundschaft ausübten, galt es als „verkehrte Welt“, wenn den Frauen die Macht überlassen wurde.

Im Hochschwarzwald sowie im Kreis Waldshut werden vielerorts an verschiedenen Tagen Veranstaltungen abgehalten, die lediglich den Frauen Zutritt gewähren. Die Wiiberfasnet-Abende mit Programm werden von den Frauen selbst gestaltet und oft von katholischen Frauengemeinschaften oder Landfrauenvereinen organisiert. In Feldberg-Altglashütten findet einer der größten und bekanntesten Frauenabende statt, der Gluggere Obed.

Früher war dieser Tag für mich einer der wenigen Tage, an denen ich ein besonderes Augenmerk auf die Auswahl meiner Krawatte gerichtet habe. Dem ältesten Exemplar wurde die Ehre zuteil meiner Sekretärin den Spaß nicht zu verderben, als Beute das Stoffstück abzuschneiden und im Büro zur Schau zu stellen.

Heute im sonnigen Spanien begnüge ich mich in Erinnerung an diese Zeit mit einem guten Berliner zum Kaffee.

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