Tag 90 – Nachtrag Einreise in das 10.Land dieser Reise

Wie versprochen zunächst ein Rückblick zum Grenzübertritt nach Russland:

Wir waren happy, dass wir den Grenzübergang von Estland nach Russland in Narva gleich gefunden haben.

Nummer 3 in der Warteschlange und dann die Ernüchterung: ein freundlicher estnischer Polizeibeamter gab uns eine Skizze und erklärte uns, dass wir unser Fahrzeug erst „registrieren“ lassen müssen.

Schnell den Warte- und Registrierbereich ins Navi eingegeben und nach ca. 10min sind wir vor der Schranke zu einem riesigen Parkplatz angekommen.

Am Häuschen Nr.1 bekamen wir nach entrichten von 4,50€ eine Wartenummer und haben uns mit zahlreichen anderen Fahrzeugen vor dem Häuschen Nr.2 und einer Anzeigetafel aufgestellt.

Ein paar Autokennzeichen wurden angezeigt und die glücklichen Fahrer haben sich einen weiteren Zettel abgeholt und haben den Platz verlassen.

Danach wurde auf Estnisch angezeigt, dass die Telefonverbindungen abgebrochen sei.

Nach einer Stunde wurden weitere Fahrzeuge abgefertigt und nach zwei Stunden erschien unser Kennzeichen auf der Anzeigetafel.

Jetzt aber schnell den Zettel abgeholt und ab zur Grenze, denn 20 Minuten war die Zeitvorgabe.

Wieder auf Platz 3 vor dem riesigen, gut gesicherten elektrischen Tor wurden wir diese Mal von der estnischen Polizei eingelassen.

Passkontrolle, Sichtkontrolle der Staufächer und des Innenraums und wir konnten aus der gut gesicherten Schleuse ausfahren.

Auf der Brücke über die Narva, die die Grenze zwischen Europa und Russland bildet dann der nächste Stau vor der russischen Grenzabfertigung.

Fahrzeug für Fahrzeug wurde nach einer kurzen Kontrolle in den russischen Zollbereich eingelassen.

Uns war aufgrund unserer mangelnden Sprachkenntnisse der weitere Ablauf nicht ganz klar, obwohl wir uns vorher über verschiedene Wege versucht haben, zu informieren.

Die Situation war etwas beklemmend, zumal wir über „unfreundliche“ Zollbeamte und Schikanen gelesen hatten.

Wir haben zunächst eine normale, aber ausführliche Passkontrolle absolviert (wir Europäer sind das glücklicherweise nicht mehr gewöhnt), die von einer durchaus freundlichen Zollbeamtin durchgeführt wurde.

Da unsere Papiere inklusive Visum offenbar in Ordnung waren und eine Verständigung auch mit ein paar englischen Wörtern möglich war, stellte dies kein größeres Problem dar.

Danach war uns das weitere Procedere nicht klar: wir hatten deutsche (!) Zollerklärungen nach bestem Wissen und Gewissen ausgefüllt wussten nicht, ob jetzt erst eine Fahrzeugkontrolle oder eine Überprüfung der Zollpapiere stattfindet.

Das ging dann irgendwie Hand in Hand. Kritisch war, dass wir für Herrn Schiller auch eine Zollerklärung ausfüllen mussten. Das hatten wir nicht im Fokus, aber dann eifrig mit blauem Kugelschreiber in zweifacher Ausfertigung nachgeholt.

Die Überprüfung von Herrn Geheimrat war gründlich, aber unkritisch. Völlig umsonst hatten wir unsere Eier- und Kartoffelvorräte (darf nicht eingeführt werden) verbraucht.

Dann ging irgendwie die Schranke auf und wir hatten eine Menge Zettel und Stempel in unseren Pässen. Eine letzte Schranke und wir haben uns auf holprigen Straßen Richtung Petersburg.

Die Navigation hat unsere in fernen Ländern bewährte Kombination Ipad und Scout App, die mit einiger Vorbereitung ohne Internet- oder Mobilfunkverbindung funktioniert übernommen.

So sind wir über den Highway auf einer atemberaubenden Strecke auf unserem Stadtstellplatz gelandet.

Etwas später als geplant, nach einem guten Abendessen in der Nähe und der Beschaffung einiger Rubel (die rollen müssen) haben wir eine ruhige erste Nacht verbracht und uns auf den ersten Tag in Sankt Petersburg gefreut.

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