Reisebericht Marokko 2020

Hinweis: die Nummerierung der Tage bezieht sich auf unsere Überwinterung 2019/2020, die wir hauptsächlich in Spanien verbracht haben. Von dort aus haben wir diese Marokko Tour unternommen.

  • Tag 105: Das 19.Land - Oje, Tag 105 war ein Weckertag! Aber schließlich wollten wir ja auch den Kontinent wechseln. Wir haben die Fähre um 11:00 von Algeciras nach Tanger-Med angepeilt und standen auch pünktlich um 10:00 am Hafen. Die Abwicklung war einfach, allerdings haben wir mit einer Stunde Verspätung erst um 12:00 abgelegt. Das
  • Tag 106: Der erste „Thé à la menthe“ - Zuerst einmal paar Informationen zu dem Ort, an dem wir uns zur Zeit befinden: Martil liegt – im Westen geschützt durch das Rifgebirge – direkt am Mittelmeer nördlich der Mündung des Oued Martil in einer Höhe von ca. 5 bis 50 m. Die Großstadt Tétouan ist gut 10  km (Fahrtstrecke) in südwestlicher
  • Tag 107: Hühner tot und lebendig - Für heute war ein Rollerausflug nach Tétouan geplant. Die breit ausgebauten Straßen (schließlich ist die Stadt die Sommerresidenz des Königs) waren angenehm zu fahren. Im dichten Stadtverkehr konnten wir uns ebenfalls gut behaupten und Herrn Schiller auf einem bewachten Parkplatz gut unterbringen. Von dort aus war es zu Fuß nicht
  • Tag 108: Rif - Heute hieß es nach einigen Monaten Abschied vom Mittelmeer nehmen. Tétouan war von uns als leichter Einschwung in das Land Marokko gedacht und heute ging es weiter ins Landesinnere. Wir wollten keine allzu große Etappe fahren und sind so gemütlich auf der Nationalstrasse Richtung Ouezzane getuckert. Auf und ab durch
  • Tag 109: 1.000 Esel - Von unserem Poolplatz sind wir der N13 weiter Richtung Süden gefolgt. Soviele Maultiere und Esel haben wir noch nie gesehen. Die dienen wohl zum Transport von Menschen, Wasser und Früchten bzw. Gemüse, das auf den fruchtbaren Feldern reichhaltig wächst. Die Orte waren im Vergleich zu den bisher gesehenen deutlich einfacher
  • Tag 110: Mit Herrn Schiller durch die Medina - Die Beschilderung zur Medina von Mèknes war nicht ganz so toll und unser Navi nicht immer eine große Hilfe. Das erste Stadttor, dessen Name wir nicht mehr wissen wurde dann sofort angegriffen und es folgte eine unserer abenteuerlichsten Fahrten durch circa zwei Meter enge Gassen. Die Fußgänger waren wohl Kummer
  • Tag 111: in der heiligen Stadt - Ungefähr um halb Neun hupt der Bäcker unüberhörbar auf dem Campingplatz, der Honorarkonsul wirft sich notdürftig etwas über und besorgt ein Baguette oder ein rundes, flaches Brot. Beides ist frisch und schmeckt hervorragend. Auf dem heutigen Programm stand eine Rollertour nach Moulay Idris. Die heilige Stadt, die etwa 10 Kilometer
  • Tag 112: Mittlerer Atlas - Heute war ein Fahrtag, aber zuächst waren die üblichen Ver- und Entsorgungsaufgaben zu erledigen. Glanzstück des schön gelegenen Campingplatzes war die Toilettenentsorgung. Danach haben wir auf der Nationalstrasse den Mittleren Atlas erklommen. Die Landschaft hat sich dabei völlig verändert. Zunächst haben wir schattige Wälder durchquert. Die Strassenverhältnisse waren durchwachsen. Teilweise
  • Tag 113: Erdbeben, Storch und Wüste - Soviele unterschiedliche Landschaften an einem Tag hatten wir selten erleben dürfen. Aber fangen wir vorne an. Kurz vor dem Einschlafen gestern, wurde Herr Geheimrat überraschend kurz kräftig durchgerüttelt. Ein einzelner Windstoß? Ein Spätankömmling ist gegen uns gefahren? Hat jemand kräftig gam Fahrzeug gerüttelt? Die sofortige Kontrolle hat kein Ergebnis geliefert
  • Tag 114: Für den Sandsturm gerüstet - Was für eine angenehme Überraschung am Morgen: auf die Frage, was ich am Campingplatz für das Brot zu bezahlen hätte: it’s free. Die Temperatur war zwar Nachts so gefallen, dass sich die Heizung gegen Morgen eingeschaltet hat, aber einem späten Frühstück im Freien stand dann nichts mehr im Wege. Von
  • Tag 115: Kamele? - Von Erfoud, der Fossilienstadt hatten wir für heute eine längere (288km) Etappe nach Zagora, einem wichtigen Karawanenzentrum geplant. Die Strecke führte an Palmenhainen, Sanddünen und Lehmdörfern vorbei. Plötzlich standen am Straßenrand die sehnlichst erwarteten, freilaufenden Kamele. Kamele? Sofort griff Die Köchin korrigierend ein: es handele sich bei diesen Tieren um
  • Tag 116: Der arme Esel - Was für ein schönes Erlebnis am Morgen: als der Honorarkonsul von der obligatorischen Brot-Jagd zurückkam, hat ihn ein junger Marokkaner freundlich zu sich hergewunken. Der Mann war schon den ganzen Morgen damit beschäftigt einen kleinen Graben für irgendeine Installation des Campingplatzes auszuheben. Ich dachte zunächst, dass er Hilfe benötigen würde,
  • Tag 117: Die Wüstenoase - Wir haben heute unseren „Gartenplatz“ in Zagora verlassen um Richtung Algerische Grenze in die große Oase l‘Hamid zu fahren. Dazu sind wir erneut dem Fluss Drâa gefolgt und zunächst durch langgezogene Steinwüsten und staubige Wüstendörfer gezogen. Nach der zweiten Passhöhe hat die Sandwüste Einzug gehalten. Erstaunlicherweise war es relativ windig
  • Tag 118: Heisser Sand - Der Sternenhimmel war beeindruckend, obwohl es doch einige Lichter im und um das Camp gab Fotos haben wir nur mit der Kopf-Kamera gemacht). Am Morgen gab es dann vom Patron frisches, warmes Fladenbrot zum Frühstück. Der feine, rotbraune Sand hatte sich wie Staub auf alle Flächen und in alle Ecken
  • Tag 119: Von der Oase zur Kasbah - Um rechtzeitig das frische Fladenbrot zu bekommen , ist der Honorarkonsul etwas früher als üblich aufgestanden und konnte so das herrliche Morgenlicht genießen. Die Luft war allerdings um diese Zeit durch die klare Nacht noch etwas frisch und wärmt sich üblicherweise erst so gegen 11:00 Uhr auf. Wir haben dann
  • Tag 120: Kasbah Caid Ali al Jadida - Wir waren heute morgen nur noch zwei Wohnmobile auf dem Platz, als uns der Muezzin der nahegelegenen Moschee mit seiner Einladung geweckt hat. Bei 26 Grad in der Sonne, war für den gemütlichen Nachmittag dann doch ein Schattenplätzchen angesagt. Aber wir wollen uns nicht beklagen, denn deshalb sind wir dem
  • Tag 121: von 1 nach 101 - Oops, heute Morgen waren wir das einzige Wohnmobil auf dem Platz! Die heutige Fahrt hat uns durch eine interessante Berg- und Felsenlandschaft geführt. Gut ausgebaute Straßen, aber mit zahlreichen engen Kurven ging es bergauf und bergab. Ab und zu durch eine einspurige Baustelle ohne Seitenbefestigung zur tiefen Schlucht unterbrochen wurde
  • Tag 122: Auf dem Parkplatz der Königlich marokkanische Gendarmerie - Nach einem angenehmen Gespräch mit einem holländischen Carthago Nachbarn und einer interessanten Entsorgungsstation in marokkanischem Stil haben wir unseren ersten Stopp bei einem Carrefour Supermarkt eingelegt. Obwohl wir große Fans vom Einkauf in den kleinen marokkanischen „Tante Emma“ Läden sind, gibt es manchmal auf einer Reise das Bedürfnis nach einigen
  • Tag 123: Über den Antiatlas nach Tata - Wir sind gestern Abend nicht lange auf unserem königlichen Polizeiparkplatz alleine geblieben. Zwei (wie kann es in Marokko auch anders sein) französische Wohnmobile haben sich zu uns gesellt. Der neue Nachbar hat sich dann gleich bei uns erkundigt, ob der Platz „sicher“ sei. Mit vollster Überzeugung haben wir ihm das
  • Tag 124: Tata - Hier in Tata ist der „Überwinterungs-Wetter-Rekord“. Angenehm warm und eine leichte Brise. Das hat uns so gut gefallen, dass wir noch einen weiteren Tag bleiben. Ohne Hektik, schön im Schatten der Palmen, ein wenig den Wasservorrat auffüllen und die nächsten Etappen planen. So lässt es sich aushalten. Gegen Abend sind
  • Tag 125: Aus der Wüste zum Atlantik - Gestern war ein schöner, lauer Abend und so wollten wir die Gelegenheit nutzen bei einem Gläschen Wein draußen zu sitzen, die Sterne und den eigentümlichen, liegenden Sichelmond zu beobachten. Aber das „Camperleben“ hat zugeschlagen. Offensichtlich ist im italienischen und im französischen Fernsehprogramm Freitagabend Showtime angesagt. Die Parallelbeschallung in beiden Sprachen
  • Tag 126: Die weiß-blaue Stadt - Wir haben in unserer ersten Nacht am Atlantik mit Meeresrauschen super geschlafen. Klar, dass es nicht so warm, wie in den letzten Tagen war, aber wenn man den Wetterbericht für Deutschland sieht, darf man sich nicht beklagen. Wir hatten zwar am Vormittag den ersten bedeckten Himmel, seit wir in Marokko
  • Tag 127: Alkohol und ein Tag am Meer - Erstaunlich für uns war gestern, dass in dem Lokal mit Blick auf die eifrigen Atlantik Surfer eine ganze Teige marokkanische Männer (!) saßen und Bier getrunken haben. Das sei ihnen natürlich gegönnt (wir hatten auch ein Fläschchen Wein zum Essen), aber das hatten wir so bisher noch nicht beobachten können.
  • Tag 128: Schon wieder weg vom Meer? - Nun geht’s meist grob nach Norden. Von Sidi Ifni zunächst ein gutes Stück am Atlantik entlang auf gut ausgebauter Strasse. Immer wieder hatten wir einen Blick auf die Steilküste und den heute etwas unruhigeren Atlantik. Irgendwann ging es eine abwechslungsreiche Strecke durch die Berge, vorbei an Feldern mit roter Erde,
  • Tag 129: im Tal der Ammeln - Von Tiznit führte uns die Route westwärts weiter ins Landesinnere. Die Strecke war zunächst gut ausgebaut und die Fahrt angenehm, aber anspruchsvoll. Herrliche Ausblicke von den Passhöhen haben uns für die Kurbelei entschädigt. In Odaoussemial haben wir uns für die etwas kürzere Strecke über die R104 entschieden. Ob das eine
  • Tag 130: Herr Schiller malt Steine an. - Wie gestern Nachmittag beim Kauf des Kokosgebäcks bestellt und vorausbezahlt, hing unser Frühstücks-Baguette an der Tür. Das nenne ich Service. Nach dem ausgiebigen Frühstück haben wir uns dann auf Herrn Schiller geschwungen und sind noch einmal ein Stück das Tal der Ammen zurück gefahren. Wahrscheinlich haben uns die imposanten, braunen
  • Tag 131: Sfenj - Es ist ja nicht so, dass es in Marokko keine Berge gäbe… Heute ging es über den Antiatlas dem Hohen Atlas entgegen (sagt Die Köchin). Obwohl fast alle Fluss- und Bachläufe derzeit kein Wasser führen, gibt es doch zahlreiche bunten Blumen und Blüten zu sehen. Die Ziegen, die ab und
  • Zwischenruf: Müll in Marokko - Gerne hätte ich auf dem Stellplatz in Taroudannt meinen Müll, wie auf dem Hinweisschild gefordert in Mülltonnen sortiert entsorgt. Alleine die Tonnen gab es nicht und dafür standen die überquellenden Waschkörbe und die Schubkarre an deren Stelle. Auch an vielen anderen Stellen haben wir gesehen, dass der Müll abgekippt, liegen
  • Tag 132: Would you know we’re riding on the Marrakesh Express - Die morgendliche Brotjagd war diese Mal sehr einfach: an der Müllsammelstelle des Stellplatzes vorbei, durch das Stadttor und schon war dort der erste kleine Laden. Die Beute war ein Baguette in französischer Qualität und ein kleines, rundes marrokanisches Brot. Vor dem Tor die Eselkarren mit Grünfutter und die ersten Händler
  • Tag 133: „Rote Stadt“, „Ockerstadt“ oder „Perle des Südens“ - Den Plan mit Herrn Schiller in das Zentrum von Marrakesch zu fahren, haben wir beim Morgenbriefing verworfen. Der Campingplatz bot einen Shuttlebus für 80 Dirham (ca. 8€) für zwei Personen hin und zurück an. Das war eine gute Entscheidung, denn auf der 6-spurigen Straße ging es ganz schön zur Sache.
  • Tag 134: Zum Meer - Die Nase von Herrn Geheimrat zeigte heute Richtung Atlantik. Je näher wir dem Meer gekommen sind, desto grüner und fruchtbarer wurde das Land recht und links der Straße. Für uns ein ungewöhnlicher Anblick nach den roten Felsen und gelben Wüstenlandschaften. Riesige Arganplantagen und zahlreiche Ölmühlen haben auf ein wichtiges Produkt
  • Tag 134: Nachtrag Lala will in Herrn Geheimrat eindringen - Lala (so hat sie die Köchin in Anlehnung an unsere Lulu in Unkenntnis des Geschlechts der Aufdringlichen getauft) versucht massiv einzudringen.
  • Tag 135: Atlantikkamele - Der Platz gefällt uns sehr gut. Das Meer liegt vor der Tür und der Strand sieht auch bei starkem Wellengang und Dunst toll aus. Die Gegend ist wohl bei Surfern beliebt. Aber auch Kamele (ich weiß: Dromedare), Pferde und Quads scheinen sich hier wohlzufühlen. Viele kleine Lokale laden zum Essen
  • Tag 136: Nichtstun - Für heute gab es einen vollen Tagesplan: Nichtstun war angesagt. Das haben wir dann auch eisern durchgezogen und es genossen. Sogar das Kochen ist ins Wasser gefallen, wir sind eine Kleinigkeit essen gegangen und schämen uns nicht einmal dafür.
  • Tag 137: Der „Geheime Rat“ - Der „Geheime Rat“ hat beim Morgenbriefing beschlossen angesichts der aktuellen Lage, zu versuchen Marokko zügig in Richtung Spanien zu verlassen. Das hat nichts mit Panik zu tun („Oh, wir werden in Marokko krank…“), sondern mit der für uns typischen Abwägung der Risiken und in diesem Fall der Möglichkeit auf unbestimmte
  • Tag 138: Der Kreis schließt sich - 6:00 Uhr Abfahrt? Plan B! Klar, wir wollten frühzeitig in der spanischen Enklave Ceuta sein, da nach unserem Kenntnisstand von dort aus noch Fähren aufs spanische Festland fahren sollten, nachdem Tanger-Med geschlossen wurde. Wie immer in solchen Situationen, war es schwierig an gesicherte Informationen zu kommen. Da hilft meist nur,
  • Tag 139: jetzt doch den Kontinent gewechselt - Die Gerüchteküche auf dem Campingplatz hat gebrodelt. Von einer Stunde zur nächsten wechselten die Informationen: mal war eine Ausreise möglich, dann wieder nicht… Jeder hatte etwas gehört oder gelesen… Einige fuhren los und bestätigten per SMS, dass sie erfolgreich auf einer Fähre angekommen seien. Wir haben zwar versucht, uns von
  • Fazit Marokko - Vom 09. Februar 2020 bis 14. März 2020 Marokko 🇲🇦… Turbane und Smartphones, Sand und Meister Proper, Esel und Autobahnen….welch eine Faszination! Ungewöhnliche Landschaften mit tiefen Canyons, hohen und teilweise schneebedeckten Gebirgen, roten und braunen Wüsten, gelben Sanddünen und grünen Palmenoasen haben uns in den Bann geschlagen. Unwirklich in diesen